TTIP – Freihandel und Weltordnung

Von der Empörung zur Kritik

Zu einem Vortrag und einer Diskussion über die geplante transatlantische Freihandels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) lud die Mittwochsdisko am Mittwoch, 13. Mai, ins „Maurerhansl“ in Dießen ein. Referent war Wolfgang Veiglhuber vom DGB-Bildungswerk in München.

Das Freihandelsabkommen, über das Vertreter der EU und der USA verhandeln, kann das Leben vieler Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks verschlechtern. Standards im Tarifrecht, bei Sozialleistungen, im Gesundheitsbereich, bei Verbraucher- und Umweltschutz sind bedroht. Öffentliche Aufgaben wie die Trinkwasserversorgung könnten leichter privatisiert werden, warnt der Deutsche Städtetag. Der Bundeswirtschaftsminister meint dagegen halten zu müssen, in dem er Ängste vor einer vermeintlichen gelben Gefahr schürt. Es geht also um mehr als die vielzitierten Chlorhühnchen.

Befreiung und Autonomie heute

Zur Aktualität kritischer Gesellschaftstheorie

Seminar zu Emanzipationstheorien am 2. April 2017

Der Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 markierte nicht bloß den Zusammenbruch des Realsozialismus, sondern stürzte die gesamte radikale Linke in die Krise, auch jene Strömungen, die dem Marxismus-Leninismus kritisch bis feindselig gegenüberstanden. Das „Ende der Geschichte“ ausgerufen, Kapitalismus und bürgerliche Herrschaft würden ewig Bestand haben. Dieses liberale Wunschbild bekam die ersten Risse mit dem Aufstand der Zapatisten in Mexiko 1994 sowie großen Streiks in Frankreich und Südkorea. Zuletzt warf die Weltwirtschaftskrise von 2007 kritische Fragen auf. Emanzipatorisches Denken erfuhr dadurch neuen Auftrieb. Die Auswirkungen der Krise sind Anlass für eine Zusammenfassung und Bewertung der internationalen emanzipationstheoretischen Debatte.