Am 26.03.2021 Einlass ab 19:30 Uhr
mit Zoom-Meeting:
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Meeting-ID: 925 7075 1852
Kenncode: 685276

Online Vortrag und Diskussion
mit Wolfgang Veiglhuber Mitarbeiter in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit Die Corona‐Pandemie hat weltweit mehr als zwei Millionen Menschen getötet, dazu sind unzählige schwer und chronisch erkrankt, die in keiner Statistik auftauchen. Allein in der Bundesrepublik sind mehr als 70.000 Menschen gestorben. Wie es dazu kommen konnte, warum das staatliche Handeln kritikwürdig, aber die Querdenker‐Szene keine Alternative bietet, sondern ein nach rechts offener Haufen von gefährlichen Schwurbler*innen ist, darüber wollen wir auf dieser Veranstaltung diskutieren.

Corona und kein Ende?
Die Corona‐Pandemie ist keine Naturkatastrophe wie ein Vulkanausbruch, sondern Folge des Raubbaus an der Natur. Die Rodung von Wäldern, die Ausweitung der industriellen Landwirtschaft und der Massentierhaltung machen das Überspringen von gefährlichen Viren auf den Menschen wahrscheinlicher. Genau davor warnen Wissenschaftler*innen seit Jahrzehnten, aber die Regierungen tun nichts dagegen. Denn der Staat handelt als Staat des Kapitals. Wachstum, Wachstum über alles, lautet die Devise.
Daraus erklären sich das Zögern und die Halbherzigkeit nach Ausbruch der Corona‐Pandemie. Der Staat wägt ab zwischen den Verlusten für die Wirtschaft und der Gefahr für die Arbeitskraft der Bevölkerung, die Alten sind nachrangig, wie die hohen Opfer in den Heimen zeigen. Das führt zum Hin und Her zwischen halbherzigen Lockdowns und Lockerungen, während manche Wissenschaftler*innen und Linke eine No‐ oder Zero‐Covid‐Strategie fordern. Darum unterstützt die Bundesregierung mit Milliarden große und strategisch wichtige Unternehmen und der Mercedes‐Konzern darf mit 500 Millionen Euro Kurzarbeitergeld seinen Profit auf sechs Milliarden Euro steigern.
Hingegen bleiben prekär Beschäftigte, viele Lohnabhängige, Soloselbständige in etlichen Branchen sowie Flüchtlinge und Obdachlose auf der Strecke und an den Frauen Kinderbetreuung und Homeschooling hängen. Immerhin haben Lockdowns geschafft, was kein Klimaschutzabkommen je vermochte: der Ausstoß an Kohlendioxid sank und der Flugverkehr wurde um 90 Prozent reduziert.
Zum Lockdown gibt es keine Alternative und massenhaftes Impfen ist die einzige Chance die Pandemie zu beenden, außer es würden Tote in der Größenordnung der Spanischen Grippe in Kauf genommen, die 20 bis 50 Millionen Opfer forderte. Darum ist allen Querdenker*innen, Impfgegner*innen, Esoteriker*innen und Verschwörungsideolog*innen scharf entgegenzutreten. Ihr Antisemitismus ist widerwärtig und schamlos kollaborieren sie mit Nazis, die bei Aufmärschen als Sturmtruppe fungieren. Wer das Tragen von Masken als Maulkorb und Faschismus verunglimpft, hat jeden Maßstab verloren.
Die Querdenker*innen sowie die liberalen und halblinken Gegner*innen des Lockdowns offenbaren einen Abgrund an Ignoranz, Rohheit und Sozialdarwinismus. Ihre Sehnsucht nach dem Normalzustand ist Ausdruck einer konformistischen Rebellion. Denn auch ohne Corona‐Pandemie hungern Millionen von Menschen auf einem Planeten des Überflusses. Die meisten sind lohnabhängig und fungieren als Humankapital, die Ärmeren sterben in dieser Gesellschaft im Schnitt zehn Jahre früher. Frauen werden von Männern verprügelt, Kindern armer Leute ist der Zugang zu höherer Bildung versperrt und ihre Familien werden als bildungsfern verunglimpft, die Alten verrotten in den Heimen, denn das Personal ist knapp und schlecht bezahlt, weil Pflege wie Krankenhäuser der Logik des Marktes unterworfen ist.
Es ist der Normalzustand dieser Gesellschaft, der Armut und Elend hervorbringt, Umweltzerstörung und Pandemien wie Covid 19, und deshalb überwunden werden muss.
Anfangen können wir mit der Vergesellschaftung des Gesundheitssystems, von Arztpraxen über Kliniken bis hin zu den Pharma‐ und Medizintechnik‐Unternehmen.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Zugang wird um 20 Uhr geschlossen.