IAA verschrotten – für die Verkehrswende, gegen die Profitlogik

Stellungnahme der Mittwochsdisko Westufer Ammersee, 3. März 2021

Die Autoindustrie ist die zentrale Branche für den Exportweltmeister Deutschland. Daran hängen Profite, Weltmarktanteile, Bruttosozialprodukt und Arbeitsplätze, aber auch Träume und Illusionen, Statusdenken und Machogehabe. Der Staat fördert den Autoverkehr mit Milliarden und negativen Konsequenzen Der Verkehr wächst konstant, derzeit sind insgesamt etwa 47 Millionen Autos unterwegs. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern ohne Tempolimit auf Autobahnen, obwohl es ein einfaches wie günstiges Mittel wäre, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren und Menschenleben zu retten.

Als individuelles Massenverkehrsmittel ist der PKW einer der Hauptverursacher von Umweltzerstörung. Das betrifft den CO2-Ausstoss, die Luftverschmutzung durch Feinstaub, die gewaltigen Mengen an Energie und Rohstoffen, die für die Herstellung der Fahrzeuge verbraucht werden, die gigantische Menge an Müll, der übrigbleibt, aber auch den enormen Flächenverbrauch für Straßen, Parkplätze und Garagen. Das Auto ist unabhängig vom Antriebssystem eine Sackgasse, Elektro- oder das Wasserstoff die Fortsetzung einer verkehrten Entwicklung im Interesse des Profits.

Nur drastisches Schrumpfen der Automobilindustrie ist ökologisch verträglich. Dafür müssen Möglichkeiten der Konversion ausgeschöpft werden und eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich für die Arbeiter*innen ist notwendig. In einem ökologischen Mobilitätskonzept der Zukunft werden zwar Automobile gebraucht, aber nur als Nutzfahrzeuge (Krankenwagen, Feuerwehr, Baufahrzeuge, ein erheblich reduzierter Transportsektor) sowie als Taxi für Behinderte, Alte und Kranke und in ländlichen Regionen als Sammeltaxen oder im Car-Sharing-Betrieb.

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) ist hingegen ein herausragendes Symbol einer verfehlten Entwicklung, die zu ökologischen Zerstörungen und damit verbunden letztlich sozialem Elend führt. Deshalb gibt es für uns nur eine Antwort: die IAA darf nicht stattfinden, sie muss abgesagt oder blockiert werden.

Die Grünen haben sich als Regierungsparteien in Baden-Württemberg und Berlin um die Austragung der IAA gerissen und die Münchner Stadtratsfraktion hat nicht vehement protestiert. Diese Partei ist Teil des Problems. Außerdem rufen wir Umweltverbände wie den Bund Naturschutz oder den ADFC auf, der IAA kein Feigenblatt zu liefern.

Die Mittwochsdisko, die sich an den Protesten gegen die IAA in München beteiligt, ist eine Gruppe vom Westufer Ammersee. Wir diskutieren aus gesellschaftskritischer Perspektive über aktuelle Ereignisse. Wir beschäftigen uns mit den Folgen des kapitalistischen Normalbetriebs, mit der Ausbeutung und Demütigung von Menschen, Klimawandel und Umweltzerstörung, mit Flucht und Migration, autoritären und rechten Tendenzen, Digitalisierung oder der Corona-Krise sowie neuen Ideen für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen.

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