Automatisierung und Ausbeutung: Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus?

Elektronische Medien durchdringen unseren Alltag und unsere Arbeit. Der Grad der Vernetzung nimmt zu, die Digitalisierung macht die Welt maschinenlesbar. Unternehmensberater und Politiker stellen einen Produktivitätssprung in Aussicht, manche Linke meinen, Elemente einer „nach-kapitalistischen Produktion“ zu entdecken.

Über die Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt ging es in der Veranstaltung der Mittwochsdisko am 25. Januar 2018.

Der Referent Matthias Martin Becker, freier Journalist und Buchautor, ist skeptisch gegenüber den Verheißungen. Die neue Technik kann die menschliche Arbeitskraft nicht ersetzen. Trotz beeindruckender Fortschritte imitieren Künstliche Intelligenz und Maschinenlernen lediglich menschliche Fähigkeiten. Arbeit wird nicht abgeschafft, sondern aufgespalten und verdichtet, ausgelagert und versteckt und noch stärker kontrolliert, warnt er.

Ein „digitaler Niedriglohnsektor“ entsteht. Speerspitze dieser Entwicklung ist die sogenannte Plattform-Ökonomie. Lieferdienste wie Foodora oder Deliveroo, Agenturen wie Helpling oder Crowdworking-Internetseiten stellen sich als Vermittler dar, die „unabhängige Partner“ zusammenbringen. Sie sparen Sozialversicherungsbeiträge, zahlen Niedriglöhne und setzen auf den permanenten Austausch ihrer Beschäftigten.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit des Kurt Eisner Vereins für politische Bildung / Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern statt.

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